DER STAATLICHE FISKALDIENST DER UKRAINE HAT WIEDER NEUE REGELUNGEN EINGEFÜHRT.

September, 2017

Die aktuellen Änderungen betreffen die Absetzung der Transportkosten für Waren (Getreide). Zunächst einmal schauen wir uns die bisherige Vorgehensweise bei Abschreibungen an.

Wenn natürliche Mengenverluste für Waren abgeschrieben werden, die ihren verkaufsfähigen Zustand verloren haben und deren Umsatzsteuer beim Erwerb gutgeschrieben wurde, muss der Umsatzsteuerzahlende keine Steuerverpflichtungen berechnen. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Preis solcher Waren in die Kostenkalkulation fertiger Erzeugnisse einbezogen wird, die einer Besteuerung unterliegen.

Wenn die Abschreibungswerte natürliche Mengenverluste übersteigen und der Umsatzsteuerzahlende solche Waren nicht mehr unternehmerisch nutzen kann, müssen Steuerverpflichtungen spätestens am letzten Tag der jeweiligen Steuerperiode berechnet werden. Als Besteuerungsgrundlage dient Art. 189 Pkt. 1 des Steuergesetzbuches der Ukraine.

Im letzten Brief des Staatlichen Fiskaldienstes wurde jedoch eine andere Position geäußert. Wenn ein Unternehmen Verluste beim Warentransport abschreibt, ist eine unternehmerische Nutzung solcher Waren nicht mehr zulässig. Wenn die Umsatzsteuersummen beim Erwerb von Waren (Getreide) in die Steuergutschrift aufgenommen wurden, muss das Unternehmen gemäß Art. 198 Pkt. 5 des Steuergesetzbuches der Ukraine Steuerverpflichtungen berechnen.

Dieser neuen Regelung vom Staatlichen Fiskaldienst der Ukraine können wir nicht zustimmen. Natürliche Mengenverluste können vom Steuerzahler nicht vermieden werden. Bei der Verladung von Waren geht einfach ein gewisser Prozentanteil verloren. Außerdem führen Eigenschaften mancher Waren zum Gewichtsschwund und Austrocknen.

Darüber hinaus sind Manipulationen bei solchen Verlusten ausgeschlossen. Denn sie sind in Transportbriefen, Warenbegleitscheinen für Getreidespeicher und sonstigen Unterlagen dokumentiert. Wenn bei der Warenannahme Fehlbestände im Rahmen natürlicher Mengenverluste festgestellt werden, werden keine Reklamationen geltend gemacht. Denn solche Abweichungen zeugen keineswegs von einer nichtvertragsgerechten Leistung. Aus diesem Grund werden keine Fehlmengen dokumentiert und keine Korrekturen in der Warenerfassung vorgenommen.

Somit sind Fehlbestände, die im Rahmen natürlicher Mengenverluste ausfallen, durch objektive Faktoren bedingt und sind ein Bestandteil unternehmerischer Tätigkeit. Eine andere Auffassung natürlicher Mengenverluste halten wir für gegenstandslos und sehen daher keine Gründe, um auf natürliche Mengenverluste Steuerverpflichtungen zu berechnen.

Außerdem stellt sich die Frage, wie eine steuerliche Berechnung von Warenverlusten erfolgen soll. Eine Norm zur Berechnung natürlicher Mengenverluste für unterschiedliche Waren- und Rohstoffkategorien wurde noch in der Sowjetunion ausgearbeitet. Mit Inkrafttreten des Ministerkabinettsbeschlusses Nr. 1066(1) am 17.03.2017 wurde allerdings eine Reihe sowjetischer Normen für viele Erzeugnisarten aufgehoben. Da diese Normen vor über 20 Jahren verabschiedet wurden und seit dieser Zeit keiner Revision unterlagen, waren sie nicht mehr aktuell. In Bezug auf Lagerung, Transport und Verladung haben sich signifikante Änderungen ergeben. Jedoch haben Wirtschaftssubjekte nach ihrer Aufhebung keine Alternative bekommen.

Daher bleibt den Unternehmern nichts anderes übrig, als aktuelle Normen für natürliche Mengenverluste in internen Erlassen oder Rechnungslegungsrichtlinien festzuhalten. Dabei müssen Eigenschaften der eigenen Waren, ihre Transportbedingungen und internationale Praxis berücksichtigt werden. Was die nachträgliche Berechnung von Steuerverpflichtungen angeht, so müssen sich die Unternehmer an den Staatlichen Fiskaldienst wenden, um individuelle Steuerberatung in Anspruch zu nehmen. Dabei muss man jedoch beachten, dass die Beratungsergebnisse durchaus den eigenen Erwartungen widersprechen können.

Autor: Anna Steshenko

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2017-10-03T08:58:42+00:00 03.10.17|Steuer und Buchhaltung|